Bewegungs- und Gesundheitsförderung Nr. 29 / Juni 2026 BEWEGUNGSMEDIZIN Fachthema: Sturzpräventives Training Neue Rubrik: Management-Tools für KMU-Führungskräfte SFGV – Aktuell: Tarif 595: SFGV-Mitglieder klar im Vorteil#letsmoveforabetterworld Mehr entdecken CARDIO KRAFT GLEICHGEWICHT BEWEGLICHKEIT KÖRPERZUSAMMENSETZUNG GEIST OPTIMIEREN SIE IHRE ARBEITSABLÄUFE UND MACHEN SIE PATIENTEN ZU KUNDEN. FÜR IHR UNTERNEHMEN: HERVORRAGENDE ERGEBNISSE – LANGFRISTIGE GESÜNDERE VERHALTENSWEISEN – STETIGE FORTSCHRITTE FÜR IHRE KUNDEN: Technogym Checkup, das umfassendste KI-gestützte Tool für die universelle Bewertung. Es kombiniert Messungen zu Körperzusammensetzung, Beweglichkeit, Gleichgewicht und geistigen Fähigkeiten, um das Wellness-Alter Ihrer Kunden zu berechnen und unterstützt Sie mit dem Technogym AI Coach dabei, ihnen die ideale Behandlung zukommen zu lassen. TECHNOGYM CHECKUP WELLNESS AGE™ ASSESSMENT ANZEIGEInhalt Inserate Claude Ammann, c.ammann@sfgv.ch, 079 478 12 63 Urs Rüegsegger, u.ruegsegger@sfgv.ch, 079 743 89 58 Roland Steiner, r.steiner@sfgv.ch, 043 388 41 44 Koordination Joerg Kressig Auflage 3700 Exemplare Korrektorat / Lektorat Ursula Thüler «Bewegungsmedizin» Die Fachzeitschrift mit Brancheninformationen für Einzelunternehmen der Fitness- und Bewegungsbranche Herausgeber Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband SFGV Arbeitgeberverband für Einzel-Fitnesscenter-Unternehmungen Geschäftsstelle, 3000 Bern Redaktion Claude Ammann, Anya Aubert, Irene Berger, Kilian Käppeli, Urs Rüegsegger, Roland Steiner, Thomas Tholey Chefredaktion André Tummer Produktion DIVERSUM Verlag Redaktionsadresse Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband SFGV Geschäftsstelle, 3000 Bern – a.tummer@sfgv.ch, Telefon 0848 893 802 Editorial 5 Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Sturzpräventives Training 6 Management-Tools für KMU-Führungskräfte Die Ebenen des Managements 16 Erfolgreiche Umsetzung der SFGV-Tools Im Gespräch mit Nicole Spitzer vom Center «Diis Fitness» in Urdorf 20 Berufsbild: Aus- und Weiterbildung / Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ-Austausch Tessin: Training und Austausch in Lugano 22 Die BfU-Kampagne «sicher gehen» mit dem SFGV im Tessin 23 Glanzvolles Prüfungsresultat – Interview mit Philipp Grosheny 24 Medizinisches Gesundheitstraining Positionierung im Markt 28 SFGV – Aktuell Tarif 595 – Umsetzung ab 01. 01. 2027 32 Tarif 595 – Lösung des SFGV 34 Ein Tag – 1000 Take-aways 38 «GESUND UND FIT» – der erste Eindruck zählt 42 SFGV – Fitness-Guide und Jobplattform Der Fitness-Guide als sichtbarer Qualitätsanker 46 Buchtipp Radikal führen 48 Ganz persönlich Ganzheitliches Training im «Phoenix Fitness AG» in Baden-Dättwil 50 Zehn Fragen an Yannik Zamboni 52 Die Seiten unserer Partner 54 SFGV im Überblick Neue Mitglieder 72 Organisationsstruktur und Dienstleistungen des SFGV 74 Design / Prepresse Astrid Affolter Foto Cover © Master1305 / shutterstock.comANZEIGEEditorial Liebe Leserin, lieber Leser Moderne Gesellschaften haben sich schon lange zu Wissens- gesellschaften entwickelt. Wissen ist zur Grundlage geworden für die Möglichkeit der Teilnahme am sozialen Leben und an der Erwerbsarbeit. Das gesellschaftliche und politische Ansehen eines Berufszweiges hängt zum grössten Teil von seiner Aus bil- dungsstruktur ab. Dabei entwickeln sich die Bildungssyste matik und die Bildungsinhalte jedes Berufes stetig weiter. Historisch bedingt gestaltete sich der Einzug der Bildung in unserer Branche eher holprig. Als Ende der 1960er-Jahre die ers- ten Fitnesscenter eröffnet wurden, stand der ausschliesslich figur- betonte Körperkult im Mittelpunkt. Fundierte Trainerausbildun- gen gab es keine und die Branche gehörte sicherlich zu Recht bis Ende der 1980er-Jahre ausschliesslich zur Kategorie «Freizeit und Schönheit». Kein Arzt und keine Therapeutin wäre zu jener Zeit auf die Idee gekommen, Patienten und Patientinnen zum Trai- ningsaufbau in ein Fitnesscenter zu schicken. Inzwischen hat sich dieses Bild komplett verändert. Heute sind Prävention, Gesundheit und auch Trainingstherapie die Hauptmotive unserer Kundschaft. Das erfahren wir alle in unserer täglichen Arbeit. Aufgrund dieser Erwartungen hat sich auch die Bildungslandschaft in unserer Branche stark verändert. Die drei staatlichen Abschlüsse verdrängen die teils unüberschaubare und zusammenhangslose Anzahl von non-formalen Einzelzertifikaten und haben nun durch die Einführung der Titel «Professional» und «Professional Master» internationale Gleichstellung erlangt. Allerdings ist seit geraumer Zeit zu beobachten, dass sich der Arbeitsmarkt in unserer Branche nicht im gleichen Masse ent- wickelt wie unser Bildungsmarkt. Zu viele EFZ-Absolventinnen und -Absolventen wandern ab, weil sie keine entsprechende An- stellung finden oder weil sie keine langfristige Perspektive sehen. Zu tiefe Löhne, lange Dienstzeiten oder Wochenendschichten scheinen der Leidenschaft für unsere Berufe mehr und mehr zu schaden. Umso erfreulicher ist es deshalb zu sehen, dass es viele KMU gibt, die diesem Trend entgegensteuern. Sie zeichnen sich vor allem durch ein hohes Ausbildungsniveau der Mitarbeitenden und eine geringe Personalfluktuation aus. Damit sorgen sie dafür, dass ihre Mitarbeitenden Sogwirkung erzeugen, weil sie Wissen und Serviceleistung so vermitteln, dass ihre Kunden gar nicht an- ders können, als positiv über sie zu berichten. Sie schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen garantieren sie den eigenen unternehmerischen Erfolg durch eine stabile Stamm- kundschaft und zum anderen sind sie ein KMU-Aushängeschild für die gesundheitsorientierten Fitnesscenter der Schweiz. Der SFGV unterstützt jedes seiner Mitglieder mit zahlrei- chen Tools, um sich in unserem heterogenen und hart umkämpf- ten Markt einen sicheren Platz zu schaffen. Einige Anregungen dazu finden Sie auch in dieser Ausgabe auf Seite 16. Viel Spass beim Lesen der 29. Ausgabe unseres Magazins! André Tummer Chefredaktor Positionierung Bewegungsmedizin – Nr. 29 / Juni 2026 5Sturzpräventives Training Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Bewegungsmedizin – Nr. 29 / Juni 2026 6Wir haben das Thema Gleichge- wicht und Sturzprävention bereits in mehreren Artikeln der vergan- genen Ausgaben behandelt. Rück- wirkend sei hier auf die Ausgaben Nr. 2 bis 5 (2019 / 2020) und die Ausgaben Nr. 21 / 22 (2024) ver- wiesen. Auf der Homepage des SFGV (www.sfgv.ch) sind diese Artikel als PDF-Dateien unter der Rubrik «Fachpublikationen» jeder- zeit einsehbar. Ziel des Artikels in dieser Ausgabe ist es, die Gleichge- wichtsfähigkeit auf einfache Weise darzustellen sowie konkrete Umsetzungstipps für die Trainingspraxis zu geben. Sturzpräventives Training bedeutet für jüngere Menschen und Menschen im mittleren Alter etwas anderes als für ältere Personen. Erstere absolvieren sturzpräventive Übungen, weil sie sich bei anderen sportlichen Aktivitäten sicherer fühlen wollen oder eine höhere Leistungsfähigkeit erwarten. Sei es bei Berg- wanderungen oder im Trailrunning, beim Skifahren oder auf dem Mountainbike – sie verbinden Stürze mit Aktivitäten, die ein er- höhtes Sturzrisiko mit sich bringen. Somit sind für diese Ansprü- che sportartspezifische Bewegungsabläufe sinnvoll, die sowohl spezifische Kraftleistung mit gezielten koordinativen Fähigkeiten verknüpfen als auch eine gewisse Dynamik (Sprünge, Richtungs- wechsel usw.) enthalten. Ganz anders verhält es sich bei älteren oder hochbetagten Personen. Der altersbedingte Muskelschwund (Sarkopenie) stellt diese Altersgruppe bereits bei simplen alltäglichen Situationen wie dem Treppensteigen oder dem Gehen auf unebenen Unter- lagen vor grosse Herausforderungen. Meist ist auch ein stark ver- schlechtertes Gangbild zu beobachten, wodurch sich die Gefahr des Stolperns selbst unter «einfachen» Bedingungen erhöht. Im Gegensatz zur jüngeren Zielgruppe gehen ältere Men- schen körperlichen Aktivitäten eher aus dem Weg. Wer nur mit dem Lift fährt, anstatt die Treppe zu benutzen, vermeidet auf die- se Weise auch das Sturzrisiko, nimmt jedoch in Kauf, dass durch die körperliche Inaktivität Muskelkraft und Mobilität noch weiter abnehmen. Die Maximalkraft verringert sich mit zunehmendem Alter. Besonders eine schwache Beinkraft erhöht das Sturzrisiko um ein Vielfaches. Bei einer gesundheitsorientierten Positionierung hat das allgemeine Kraft training viele verschiedene Aspekte. Nicht die Figur steht dabei an erster Stelle, sondern die Funktion. Krafttraining, um Stürze zu vermeiden, ist ein zentrales Thema des medizinischen Gesundheitstrainings und wichtig für jede Altersgruppe. André Tummer Foto © Undrey / shutterstock.com Bewegungsmedizin – Nr. 29 / Juni 2026 7Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Die Feedback-Regulation des Gleichgewichts Um das Gleichgewicht zu halten, sind diverse sensomotorische Prozesse notwendig, in denen durch ständiges Abgleichen von Ist- und Sollwerten (Rückkopplung) die aufrechte Haltung und die Stabilität gesichert werden. Sie stützen sich auf Informa- tionen des Vestibularorgans (im Innenohr), der Augen und von Propriozeptoren in Gelenken, Muskeln und Faszien, um bei Ab- weichungen reflexartige Kompensationsreaktionen auszulösen. Gleichzeitig läuft im Hintergrund die sogenannte posturale Kon- Das Vestibularsystem Der anatomische Aufbau des Gleichgewichtsorgans Illustration © Alexander P / shutterstock.com Gleichgewichtsnerv Hörnerv Schnecke Kopf gekipptKopf aufrecht Otolithenorgane (Sacculus und Utriculus) Sacculus rundes Fenster ovales Fenster Ampullen des Bogengangs seitlicher Bogengang hinterer Bogengang vorderer Bogengang Utriculus Makulaorgan Otolithenmembran Sinneshaare Haarzelle Gleichgewichtsnerv Bewegungsmedizin – Nr. 29 / Juni 2026 8trolle, das heisst die automatische Kontrolle des Körperschwer- punktes in Bezug auf den Untergrund (uneben, bergauf, bergab, glatt usw.) Neben dieser Reaktionsschleife kann unser Gehirn aber auch Abweichungen antizipieren und eine Haltungsanpassung vorwegnehmen (Feedforward-Regulation). Für die Koordination dieser komplexen Prozesse ist das Kleinhirn massgeblich verantwortlich. Das Gleichgewichtsorgan Das Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan) registriert Körperlage und Körperbewegungen im Raum und dient zusammen mit ande- ren Sinnesorganen (Augen, Tiefensensibilität) der Orientierung im Raum und der Aufrechthaltung von Kopf und Körper in Ruhe und bei Bewegungen; seine Sinneszellen befinden sich im Vorhof (Vestibulum) und in den Bogengängen des Innenohrs. Die Gleichgewichtsfunktion Die Vorhöfe enthalten ein Sinnesfeld, die sogenannte Makula. Die Sinneszellen der Makula sind Haarzellen, deren Härchen in eine gallertartige Membran hineinragen (Statolithenmembran). Diese Membran, auf deren Oberfläche feine Kalziumkarbonatkris- talle (Statolithen) eingebettet sind, bedeckt das gesamte Sinnes- feld. Die Sinneszellen der Makula reagieren auf Schwerkraft und Beschleunigung in vertikaler und horizontaler Ebene. Hierbei ändert sich der Druck, der von der Statolithenmembran erzeugt wird. Die Sinneshärchen verbiegen sich und werden dadurch als sogenannte Mechanorezeptoren erregt. Die Reizweiterleitung an das Gehirn erfolgt über den VII. und VIII. Hirnnerv (N. facialis und N. vestibulocochlearis). Die Verarbeitung ihrer Signale im Zentral- nervensystem vermittelt verschiedene bewusste Empfindungen wie «Fallen», «Bremsen» oder «Steigen» und führen reflexartig zur Anpassung von Muskeltonus und Bewegungen der Muskulatur. Die Sinneszellen der Bogengänge reagieren auf Drehbewe- gungen . Hierbei kommt es zu einer Auslenkung der in den Bogen- gängen enthaltenen Lymphflüssigkeit, was wiederum einen Zug an den Sinneshärchen der Bogengänge auslöst. Die Nervenimpul- se aus den Haarzellen führen zur bewussten Empfindung «Dreh- bewegung» und diese wiederrum zur reflektorischen Anpassung der Körperhaltung an die Erfordernisse der Situation. ANZEIGE IHR WELLNESSPARTNER FÜR KLEINE & GROSSE SPA-PROJEKTE Wir begleiten Sie von der Planung bis zur Umsetzung. 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