Bewegungs- und Gesundheitsförderung Nr. 28 / März 2026 BEWEGUNGSMEDIZIN Fachthema: Erkrankungen der Knochen Berufsbild: Definition des «Medizinischen Gesundheitstrainings» SFGV – Aktuell: Programmvorschau des GesundheitsTags Save the date GesundheitsTag 2026 Freitag, 29. Mai 2026 Kursaal Bern#letsmoveforabetterworld Mehr entdecken CARDIO KRAFT GLEICHGEWICHT BEWEGLICHKEIT KÖRPERZUSAMMENSETZUNG GEIST OPTIMIEREN SIE IHRE ARBEITSABLÄUFE UND MACHEN SIE PATIENTEN ZU KUNDEN. FÜR IHR UNTERNEHMEN: HERVORRAGENDE ERGEBNISSE – LANGFRISTIGE GESÜNDERE VERHALTENSWEISEN – STETIGE FORTSCHRITTE FÜR IHRE KUNDEN: Technogym Checkup, das umfassendste KI-gestützte Tool für die universelle Bewertung. Es kombiniert Messungen zu Körperzusammensetzung, Beweglichkeit, Gleichgewicht und geistigen Fähigkeiten, um das Wellness-Alter Ihrer Kunden zu berechnen und unterstützt Sie mit dem Technogym AI Coach dabei, ihnen die ideale Behandlung zukommen zu lassen. TECHNOGYM CHECKUP WELLNESS AGE™ ASSESSMENT ANZEIGEInhalt Inserate Claude Ammann, c.ammann@sfgv.ch, 079 478 12 63 Urs Rüegsegger, u.ruegsegger@sfgv.ch, 079 743 89 58 Roland Steiner, r.steiner@sfgv.ch, 043 388 41 44 Koordination Joerg Kressig Auflage 3700 Exemplare Korrektorat / Lektorat Ursula Thüler «Bewegungsmedizin» Die Fachzeitschrift mit Brancheninformationen für Einzelunternehmen der Fitness- und Bewegungsbranche Herausgeber Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband SFGV Arbeitgeberverband für Einzel-Fitnesscenter-Unternehmungen Geschäftsstelle, 3000 Bern Redaktion Claude Ammann, Anya Aubert, Irene Berger, Kilian Käppeli, Urs Rüegsegger, Roland Steiner, Thomas Tholey Chefredaktion André Tummer Produktion DIVERSUM Verlag Redaktionsadresse Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband SFGV Geschäftsstelle, 3000 Bern – a.tummer@sfgv.ch, Telefon 0848 893 802 Editorial 5 Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Erkrankungen der Knochen 6 Erweiterte Nutzung ermittelter T estdaten im Ausdauerbereich – Teil 2 16 Erfolgreiche Umsetzung der SFGV-Tools Das «Aemme fit» Burgdorf & Lützelflüh – ein etablierter FITWORX-Standort 28 Berufsbild: Aus- und Weiterbildung / Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ Revision: Zweites Treffen des Sounding Boards 30 Definition des «Medizinischen Gesundheitstrainings» 32 Besuch bei Diana Zimmermann 36 Aus der Physiotherapie Die «Physiodays» am GesundheitsTag 2026 40 SFGV – Aktuell Impulse setzen, Netzwerke stärken: Der SFGV an der Herbsttagung der Gewerbekammer des sgv 42 44 46 48 49 50 52 54 56 58 60 62 81 SFGV-Partnertagung 2025 Ein Event für Gesundheit und Innovation im Kursaal Bern «Come Together Night» – glanzvoller Abend des GesundheitsTags 2026 Jahrelanger Kampf des SFGV zahlt sich aus SFGV-Regionaltagung im Tessin – Wissen, Austausch und Bewegung «GESUND UND FIT» – der erste Eindruck zählt SFGV – Fitness-Guide und Jobplattform Aus guter Arbeit wird nachvollziehbare Qualität Buchtipp Kompass für die Seele Ganz persönlich Das neue «PhysioFit Schönberg» im Gwatt bei Thun Zehn Fragen an Sarah und Jan van Berkel Die Seiten unserer Partner SFGV im Überblick Neue Mitglieder Organisationsstruktur und Dienstleistungen des SFGV 82 Design / Prepresse Astrid AffolterANZEIGEEditorial Liebe Leserin, lieber Leser Jeder weiss, dass sich der Schweizer Fitnessmarkt seit dem Einzug des Discountsegments in den 2000er-Jahren stark differenziert hat. In der Schweiz machen die Discounter im Vergleich zu anderen Ländern noch einen kleineren Anteil des Gesamtmarktes aus – in Deutschland beträgt dieser gemessen an den Mit glie derzahlen bereits mehr als 35 Prozent. Deshalb gilt es für uns KMU, uns mes- serscharf gegenüber den Low-Cost-Konzepten zu positionieren. Doch was heisst das überhaupt? Ich höre zwar oft «wir sind ein Gesundheitscenter» oder wir sind «gesundheitsorientiert», wenn man aber genauer hinschaut, sind Angebot und Marktauf- tritt kaum anders als beim Discounter um die Ecke. Um Positionierung richtig zu verstehen, müssen wir uns fragen, welches Bild die Kundschaft von unserem Unternehmen im Kopf haben soll. Zur klaren Abgrenzung von der Konkurrenz reichen ein paar «Gesundheitsschlagworte» nicht aus. Die Abgrenzung muss bei jedem Kundenkontaktpunkt klar ersichtlich sein. Ein Kundenkontaktpunkt bezeichnet jeden Berüh- rungspunkt der Kundschaft mit dem Unternehmen. Sie können sich bestimmt vorstellen, dass sich eine endlos lange Liste ergibt, wenn man sich erst einmal vertieft mit dem Thema auseinan- dersetzt. Das beginnt bei der Wortwahl in Print- und digitalen Medien, umfasst die Coaching- und Serviceleistung aller Mitar- beitenden sowie die Trainingsinfrastruktur und reicht bis zum Group-Fitness-Angebot und weiteren Dienstleistungen. Auch Sie als Inhaberin oder Inhaber spielen eine wichtige Rolle. Wie nahe sind Sie an Ihrer Kundschaft? In grossen Fitness- konzernen ist die «Chefetage» der Kundschaft nicht bekannt. Dieser Anonymität begegnen wir in unseren KMU durch persön- liche Präsenz. Ich lege Ihnen sehr ans Herz, sich mit Ihren Kolleginnen und Kollegen am Gesundheitstag vom 29. Mai in Bern über das Thema Positionierung auszutauschen. Als grösstes KMU-Netz- werk der Schweiz verfügen wir über eine starke Plattform für diesen Austausch. Sprechen Sie aktiv darüber. Tauschen Sie sich aus. Auch der SFGV-Vorstand ist an den Ständen für Fragen zur Positionierung ansprechbar, denn wir alle werden mit der Zeit etwas betriebsblind, sodass der konstruktive Blick von aussen Gold wert sein kann. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre der Ausgabe Nr. 28 – wir sehen uns in Bern! André Tummer Chefredaktor Positionierung Bewegungsmedizin – Nr. 28 / März 2026 5Erkrankungen der Knochen Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung Bewegungsmedizin – Nr. 28 / März 2026 6Bevor wir uns jedoch den Er- krankungen der Knochen wid- men, schauen wir zunächst etwas vertiefter den zellulä- ren, mikroskopischen Auf- bau des Knochens an. Knochen zeichnen sich durch Zug-, Druck-, Biegungs- und Tor sionsfestigkeit aus. Durch ständigen Umbau passt sich der Knochen an wechseln- de Belastungen an. Knochengewebe besteht aus einer Interzellu- larsubstanz als eigentlichem Funktionsträger und den Knochen- zellen (Osteozyten). Die Knochenzellen produzieren und regulieren die Zusammensetzung der Interzellularsubstanz. Die Interzellular- substanz des Knochengewebes enthält als geformten Anteil kollagene Fasern. Der ungeformte Anteil ist durch anorganische Bestandteile mineralisiert. Diese Minerale stehen in typischen Ver- bindungen mit den kollagenen Fasern, die ihrerseits charakteris- tische Strukturen bilden. Die Knochenzellen liegen, umgeben von der Interzellularsubstanz, in kleinen Knochenhöhlen, die durch feine Kanälchen miteinander in Verbindung stehen. Über dieses zelluläre Netzwerk erfolgen Stofftransport und Stoffaustausch. Knochengewebe entsteht entweder direkt als Produkt un- differenzierter, embryonaler Bindegewebszellen, die sich zu Kno- chenzellen umbilden (direkte Ossifikation, beispielsweise beim Schädelknochen), oder aber, indem ein Knorpelstück schrittweise durch Knochengewebe ersetzt wird (indirekte Ossifikation, bei- spielsweise bei Röhrenknochen). Die zunächst geflechtartig vor- liegenden Kollagenfasern nehmen unter Belastung des Knochens eine spezielle schichtweise Anordnung an, die als Lamellentextur bezeichnet wird. Unter einer Lamelle versteht man einen knöchernen Hohl- zylinder, in dem die Kollagenfasern parallel zueinander schrau- benförmig verlaufen. Solche Knochenlamellen sind konzentrisch um einen Zentralkanal angeordnet. Jeweils 5–15 dieser Lamellen bilden als Funktionseinheit des Knochens ein Osteon , das auch als Haver’sches System bezeichnet wird. Die Knochenzellen lie- gen an den Lamellengrenzen. Über die Knochenkanälchen ste- hen ihre Zellausläufer in der innersten Lamelle mit dem Zentral- kanal in Verbindung. Im Zentralkanal (auch Haver’scher Kanal) verlaufen feine Blutgefässe, Nerven und Bindegewebe. Darüber hinaus liegen hier Zellen, die beim Knochenaufbau (Ostoblasten) und -abbau (Osteoklasten) beteiligt sind. Vom Zentralkanal aus erfolgt die Ernährung des Knochengewebes, aber auch Umbau und Regenerationsvorgänge nehmen von hier ihren Anfang. Krafttraining beeinflusst den aktiven und den passiven Bewegungsapparat positiv. Deshalb soll in diesem Artikel unser Knochensystem genauer beleuchtet werden. Ein besonderes Augenmerk gilt der systemischen Knochenerkrankung Osteoporose, da sie die Knochenkrankheit ist, die wir am häufigsten in den gesundheitsorientierten Trainingscentern vorfinden. André Tummer Bewegungsmedizin – Nr. 28 / März 2026 7Fachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung In den einzelnen Knochenlamellen eines Osteons verlaufen die Kollagenfasern in unterschiedlichen Winkeln, sodass damit neben einer Versteifung des Materials auch eine hohe Biege- und Tor- sionsfestigkeit erreicht wird. An der äusseren Oberfläche ist der Knochen von einer oder mehreren geschlossenen Generallamellen umgeben. Solche Ge- nerallamellen grenzen unmittelbar an das Periost (Knochenhaut), eine zell-, gefäss- und nervenreiche bindegewebige Hülle, die über kollagene Fasern fest mit dem Knochengewebe verwachsen ist. Von hier aus dringen grössere und kleinere Gefässe – die soge- nannten Volkmann’schen Kanäle – oft senkrecht und unabhängig vom Verlauf der Lamellen in den Knochen ein, um sich in die Ge- fässe der Zentralkanäle fortzusetzen. Die Leichtbauweise des Knochens ist makroskopisch leicht zu erkennen. Kompaktes Gewebe bilden als Substantia com- pacta meist nur die peripheren Anteile des Knochens. In seinem Inneren findet man als Substantia spongiosa schwammartige, zarte Knochenbälkchen. Diese orientieren sich an der Richtung der höchsten Druck- und Zugspannung, den sogenannten Tra- jektorien . So wird mit dem an sich schon mechanisch hoch- Mikroskopischer Aufbau des Knochens Der mikroskopische Aufbau des Knochens gibt Aufschluss über das Leichtbausystem des Knochens. Lamelle Lamelle Haver’scher Kanal Osteon und Haver’scher Kanal Osteozyt Periost Blutgefässe Volkmann’scher Kanal Kompakta Haver’scher Kanal DISTALE EPIPHYSE PROXIMALE EPIPHYSE Arterie Knochenmark Knochenmarkhöhle Kompakta Spongiosa Gelenkknorpel Epiphysenfuge DIAPHYSE Periost Spongiosa Bewegungsmedizin – Nr. 28 / März 2026 8wertigen Lamellenknochengewebe durch die trajektorische Bau- weise Material eingespart und damit neben einem Gewinn an Leichtigkeit höchste Stabilität erzielt. Diese besondere Knochenarchitektur hat durch die Reduk- tion der Gewebemasse im Skelett einen geringeren Eigenbedarf für seine Ernährung zur Folge. Auch der Energiebedarf der Mus- kulatur für Bewegungs- und Haltefunktion in den Gelenken der kinetischen Kette sinkt aufgrund der Leichtbauweise. Nach ihrer äusseren Form können kurze, lange und platte Knochen unterschieden werden. Hand- und Fusswurzelknochen oder auch Wirbelkörper als Tragstücke der Wirbelsäule gehören zu den kurzen Knochen. Die langen Knochen, wie Oberarm- oder Oberschenkel- knochen, bestehen aus einem röhrenförmigen Schaft, der die Markhöhle umschliesst, in der sich das weisse Fettmark befindet. Der Schaft wird als Diaphyse bezeichnet und ist als Substantia compacta aufgebaut. Seine verdickten Endstücke werden Epi- physen genannt. In ihrem Inneren sind Spongiosazüge in bogen- förmiger Verlaufsrichtung angeordnet, die sich entsprechend den Druck- und Zugspannungstrajektorien kreuzen. Wachstum und Anpassung des Knochens Wie bereits erwähnt, zeigt der Knochen, ähnlich wie Muskel- und Sehnengewebe, eine funktionelle Anpassung an wechselnde Belastung. Diese erfolgt durch einen ständigen inneren Umbau seiner Lamellensysteme. Bei langen Röhrenknochen äussert sich eine Aktivitätshypertrophie in einer Verdickung der Substantia compacta und der Spongiosabälkchen. Im Gegensatz dazu äus- sert sich eine Inaktivitätsatrophie durch einen Materialverlust an Kompakta und Spongiosa. Das Längenwachstum der Röhrenknochen kann so lange erfolgen, wie noch Knorpelgewebe vorhanden ist, das in Knochen- gewebe umgewandelt werden kann. Die Zonen des Längenwachs- tums sind die Epiphysenfugen. Sie bestehen bis zum Abschluss der Pubertät aus teilungsfähigen Knorpelzellen. Die Epiphysen selbst verknöchern unabhängig vom Längenwachstum. Während des Wachstums der Röhrenknochen verknöchern die Epiphysenfugen von der diaphysären Seite aus. Dabei weichen die Epiphysenfugen des proximalen und distalen Knochenendes mehr und mehr auseinander, bis die Teilungsfähigkeit der Knorpelzellen erschöpft ist und die Epiphysenfugen selbst verknöchern. Dieser Vorgang ist zwischen dem 20. (w) und 23. (m) Lebensjahr abgeschlossen ANZEIGE IHR WELLNESSPARTNER FÜR KLEINE & GROSSE SPA-PROJEKTE Wir begleiten Sie von der Planung bis zur Umsetzung. Und realisieren alles, was Sie sich vorstellen können. Zu unseren Fitnessreferenzen: www.klafs.ch/spa-referenzFachliche Informationen Bewegungs- und Gesundheitsförderung und wird von der Hypophyse hormonell gesteuert. Schädigun- gen der Epiphysenfugen durch Verletzungen oder Infektionen können zu Minderwuchs einzelner Knochen bzw. des gesamten Skeletts führen. Auch die Verknöcherung der kurzen Knochen erfolgt relativ spät. Diese wachstumsbedingten Besonderheiten bedingen die Beachtung wichtiger Trainingsprinzipien bei Kin- dern und Jugendlichen, auf die wir an dieser Stelle jedoch nicht eingehen können. Das Dickenwachstum eines Knochens weicht in seinem Mechanismus von dem des Längenwachstums ab. Es vollzieht sich unter dem Einfluss der Belastung des zunehmenden Körper- gewichts und der Muskelarbeit, die an den Knochen angreift. Der Durchmesser eines Röhrenknochens und die Stärke seiner Wand nehmen durch appositionelles Wachstum (Anlagerung neuer Knochensubstanz von aussen) zu. Unter dem Periost liegen un- differenzierte Zellen, die sich zu Knochenzellen entwickeln kön- nen und aussen manschettenartig neues Knochengewebe anla- gern. Gleichzeitig erfolgt von der Knochenmarkshöhle eine ständige Einschmelzung von Knochenmaterial durch die Tätigkeit phagozytierender Zellen (Osteoklasten), sodass der Gesamtdurch- messer vergrössert wird, der Knochen jedoch seine optimale Wandstärke behält. Die Peak bone mass (höchste Knochendichte) wird zwi- schen dem 25. und dem 30. Lebensjahr erzielt. Ob diese jedoch tatsächlich erreicht wird, hängt neben der Genetik auch vom Le- bensstil und vor allem von der Art der Bewegung ab, welche ein Mensch in diesen jungen Jahren hat. Wie wichtig die mechani- sche Belastung des Knochens ist, konnte in diversen Studien an Astronauten gezeigt werden. Diese verlieren in der Schwerelosig- keit bis zu 1–2 Prozent ihrer Knochendichte pro Monat (!) Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt auf der ISS haben Astronau- ten einen Knochenabbau, der dem von 20 Jahren auf der Erde entspricht. Nun, die allerwenigsten von uns werden jemals ins All fliegen, aber es gibt auch Untersuchungen hinsichtlich der Peak bone mass auf der Erde. Es wurden Elitesportler im Schwimmen, das – genauso wie das Radfahren – als sogenannte «Low-Impact- Sportart» gilt, mit Elitesportlern aus «High-Impact-Sportarten» wie Laufen, Fussball usw. verglichen. Die Schwimmer wiesen da- bei eine deutlich geringere Knochendichte auf; teilweise war sie sogar – trotz des vielen Trainings – ebenso niedrig wie die von nicht aktiven Personen. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass dies nur bei Elitesportlern festgestellt wurde, die über meh- rere Jahre täglich 3–5 Stunden im Wasser trainierten. Anders sieht es aus bei Studien an Junioren-Gewicht- hebern, die eine wesentlich höhere Knochendichte aufwiesen als Durchschnittspersonen. Wir können also daraus schliessen, dass das Erreichen der Peak bone mass, oder sogar das Überschreiten der Durchschnittswerte in jüngeren Jahren, grossen Einfluss auf die Verschiebung der sogenannten Fraktur- schwelle (Höhe der einwirkenden Kraft bei der ein Knochen bricht) im höheren Alter hat. Bis etwa zum 45. Lebensjahr besteht ein Gleichgewicht zwischen der Aktivität von Osteoblasten und Osteoklasten. Mit zunehmendem Alter überwiegt jedoch der Knochenabbau. Von den Osteoklasten gebildete Hohlräume werden nicht mehr vollständig aufgefüllt, und es kommt zu einem kontinuierlichen Verlust an Knochensubstanz – bei Frauen etwa 1–2 Prozent im Jahr, bei Männern 0,5–1 Prozent. Mit zunehmendem Alter wächst daher die Wahrscheinlichkeit, eine altersbedingte Form der Osteo- porose, der sogenannten senilen Osteoporose, zu entwickeln. Der Übergang vom Normalzustand über die Osteopenie zur Osteoporose BMD = bone mineral density (Knochendichte) Normalzustand bzw. hohe Knochendichte Osteopenie Osteoporose 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Alter 1.260 1.134 1.008 0.882 0.756 0.630 0.504 0.378 BMD Knochendichte Densitometrie-Referenz Bewegungsmedizin – Nr. 28 / März 2026 10Next >